Waisenhaus in Awassa, Äthiopien, Afrika
Jedes Kind im Waisenhaus hat eine "Geschichte" die uns rührte und betroffen machte. Alle Kinder wurden von Gundi Brendes persönlich zusammen mit Fachkräften vor Ort ausgesucht, wo möglich, auch "zu Hause" besucht, um mehr über den persönlichen Hintergrund zu erfahren. Im Sommer 2007 mieteten wir dann ein Privathaus und gründeten später (im September) den Hamburger Verein. Im Juli 2008 zogen wir in ein größeres Haus um.
Vier Kinder kamen über einen Kontakt der Nichtregierungsorganisation (NGO) "Mary Joy" zu uns. Der Schwerpunkt dieser NGO liegt bei "Waisenkindern und Straßenkindern". Mary Joy betreut vorwiegend "Benachteiligte" bei ihren Restfamilienangehörigen.
Ein Mädchen kam z.B. aus anderen Landesteilen nach Awassa, weil sie als Missbrauchsopfer von ihrer Familie verstoßen worden war (!). Für sie gibt es in Awassa keine "Restfamilie". Es bleibt dann also nur noch "Betreutes Wohnen". Das SOS Childrens Village in Awassa ist für uns Vorbild. Wir hatten in der Gründungszeit vielfältige Kontakte und Gespräche mit dieser gut geführten Organisation.
Eine „Heimmutter“, eine Stellvertreterin und eine Angestellte unserer Partnerorganisation vor Ort sowie Teilzeitkräfte der Universität Awassa kümmern sich "rund um die Uhr" um die 14 im Haus untergebrachten Kinder im Alter von 12 – 17 Jahren. (10-2010)
Vor allem ist eine gezielte (Nach-)Hilfe im Rahmen des Schulbesuchs der Kinder notwendig.
Wer mehr Hintergrundinformation zum Bildungssystem in Äthiopien benötigt,
kann hier mehr erfahren:
http://www.leipzig-addis-abeba.de/medienspiegel/zehle-bildung-aethiopien.pdf
Es gab und gibt ausreichend Gelegenheit für jedes Kind, Gespräche mit professioneller Hilfe zu führen. Die Kinder schreiben Tagebuch und haben ihre "Geschichte" für sich aufgeschrieben.
Im Laufe der Zeit hat sich ein Gruppengefühl gebildet, das nicht durch eine Individualisierung von Patenschaften gemindert werden soll. Alle sind gleich wichtig und Patenschaften gehen von daher "in den großen Topf" der Förderung für das Gesamtprojekt. Das ist in diesem Fall bewusst anders gehalten als z.B. bei anderen Organisationen.
Heute (2011) wachsen die beiden Häuser (Waisenkinder und Straßenkinder) immer mehr organisatorisch zusammen. So wird z.B. der Einkauf von Lebensmitteln zentral gesteuert. Eine Teilzeit-Krankenschwester kontrolliert Gesundheit und Nahrungsangebot, ein Sozialarbeiter steht in engem Kontakt zu den Schulen und den Restfamilienangehörigen usw. Allerdings geht das nie zu Lasten der individuellen Betreuung der Kinder. Die Synergieeffekte werden jedoch berücksichtigt.
Zum Thema KINDERRECHTE gibt es gutes Projektmaterial unter:
http://www.unicef.de/projekte/themen/kinderrechte/?et_cid=43&et_lid=89091&quid=1
Gruppenfoto vor dem neuen (gemieteten) Haus seit 09/2009 - Aufnahme 11/2009; das neue Haus bietet mehr Komfort und
hat einen "einfacheren" Vermieter
Hier wohnten die Kinder mit ihrer Betreuerin bis 09/2009 - rechts: Garage f. Tischtennis, nicht auf dem Bild: Räume für Heimmutter, Büro, Gästezimmer und Jungsraum. Im Haupthaus (Bild) wohnen die Mädchen; dort gibt es auch einen Gemeinschaftsraum und die Küche
Über folgende Grundsätze besteht Einigkeit:

Waisen"Eltern" und Kinder 2008
Einbindung in örtliche Strukturen
Das Projekt ist voll in die örtlichen Strukturen eingebunden und wird gemanagt vom "Center of Concern", Awassa, sowie beraten von zwei anderen Vereinen vor Ort, die sich um Waisenkinder bzw. Ihre Restfamilien kümmern.
Anfangs wurde das Waisenhaus von einer Entwicklungshelferin des DED kontrolliert, dann von einer ausgebildeten deutschen Grundschullehrerin, die als mitausreisende Ehefrau eines Entwicklungshelfers das Projekt beaufsichtigte. Beide sind mittlerweile ausgereist. Unser Vertrauen zu unserer Partnerorganisation ist allerdings in der Zwischenzeit gewachsen. Wir fühlen uns gut betreut, fahren aber 2 x jährlich zur Projektkontrolle nach Äthiopien.
Das Waisenhaus verfügt über sehr gute Mitarbeiterinnen, die den Erfolg dieses Projekts garantieren!
Berichtswesen
Amtliche Stellen erwarten vierteljährliche Berichte, auch von einem öffentlich ausgeschriebenen unabhängigen Buchprüfer. Behördenvertreter von ca. 4 unterschiedlichen Behörden (Erziehung, Soziales, Frauenangelegenheiten, NGO-Verwaltung) besuchen das Waisenhaus in größeren Abständen, um allen Anforderungen der äthiopischen Bürokratie gerecht zu werden. Ohne einen stark vernetzten Partner vor Ort wird Helfen unmöglich gemacht. Unser Partner ist deswegen für uns wichtig.
Gehälter & Personal
Die 16 Kinder werden versorgt von 1 Hausmutter (mtl. 52 €), 1 Assistentin/Köchin (30 € mtl.) und mehreren Nachhilfelehrerinnen (Teilzeit, insges. 86 € mtl.). Der im Straßenkinderhaus arbeitende Sozialarbeiter ist auch für die Waisenkinder Ansprechpartner der Schulen und -soweit vorhanden - der Restfamilien-Angehörigen. Eine Teilzeitkrankenschwester mit psych. Ausbildungshintergrund kümmert sich auch um die Waisenkinder, ist aber auf der Gehaltsliste des Straßenkinderhauses.
Zukunft