Edget Baandnet Children Center e.V. Germany
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Music by Mo Brandis

Das Waisenhaus

Jedes Kind im Waisenhaus hat eine "Geschichte" die uns rührte und betroffen machte. Alle Kinder wurden von Gundi Brendes persönlich zusammen mit Fachkräften vor Ort ausgesucht, wo möglich, auch "zu Hause" besucht, um mehr über den persönlichen Hintergrund zu erfahren. Im Sommer 2007 mieteten wir dann ein Privathaus und gründeten später (im September) den Hamburger Verein. Im Juli 2008 zogen wir in ein größeres Haus um.

Vier Kinder kamen über einen Kontakt der Nichtregierungsorganisation (NGO) "Mary Joy" zu uns.  Der Schwerpunkt dieser NGO liegt bei "Waisenkindern und Straßenkindern". Mary Joy betreut vorwiegend "Benachteiligte" bei ihren Restfamilienangehörigen.  

Ein Mädchen kam z.B. aus anderen Landesteilen nach Awassa, weil sie als Missbrauchsopfer von ihrer Familie verstoßen worden war (!). Für sie gibt es in Awassa keine "Restfamilie". Es bleibt dann also nur noch "Betreutes Wohnen".  Das SOS Childrens Village in Awassa ist für uns Vorbild. Wir hatten in der Gründungszeit vielfältige Kontakte und Gespräche mit dieser gut geführten  Organisation.

Eine „Heimmutter“, ein "Heimvater" und eine Angestellte unserer Partnerorganisation vor Ort sowie Teilzeitkräfte der Universität Awassa kümmern sich "rund um die Uhr" um die 16 im Haus untergebrachten Kinder im Alter von 8 – 16 Jahren.

Vor allem ist eine gezielte (Nach-)Hilfe im Rahmen des Schulbesuchs der Kinder notwendig.
Wer mehr Hintergrundinformation zum Bildungssystem in Äthiopien benötigt, 
kann hier mehr erfahren:
http://www.leipzig-addis-abeba.de/medienspiegel/zehle-bildung-aethiopien.pdf

Es gab und gibt ausreichend Gelegenheit für jedes Kind, Gespräche mit professioneller Hilfe zu führen. Die Kinder schreiben Tagebuch und haben ihre "Geschichte" für sich aufgeschrieben.

Im Laufe der Zeit hat sich ein Gruppengefühl gebildet, das nicht durch eine Individualisierung von Patenschaften gemindert werden soll. Alle sind gleich wichtig und Patenschaften gehen von daher "in den großen Topf" der Förderung für das Gesamtprojekt. Das ist in diesem Fall bewusst anders gehalten als z.B. bei anderen Organisationen.


Gruppenfoto vor dem neuen (gemieteten) Haus seit 09/2009 - Aufnahme 11/2009; das neue Haus bietet mehr Komfort und
hat einen "einfacheren" Vermieter


Hier wohnten die Kinder mit ihrer Betreuerin bis 09/2009 - rechts: Garage f. Tischtennis, nicht auf dem Bild: Räume für Heimmutter, Büro, Gästezimmer und Jungsraum. Im Haupthaus (Bild) wohnen die Mädchen; dort gibt es auch einen Gemeinschaftsraum und die Küche

Über folgende Grundsätze besteht Einigkeit:

  • Freie Unterkunft, erzieherische Unterstützung, Essen (gesunde Ernährung) und sauberes Trinkwasser, medizin. Versorgung, Kleidung, Schulbrot, Schuluniform
  • Entwicklung vor dem Hintergrund eigener kultureller Identität
  • Ein Leben frei von Angst vor Gewalt und Missbrauch
  • Psycholog. Begleitung: Trauerarbeit/Traumatherapie
  • Förderung von Selbstbewusstsein und individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten
  • Gemeinsame, gleichberechtigte Erziehung von Kindern und Jugendlichen im Alter von 8 – 16 Jahren in einer Atmosphäre des Vertrauens
  • Der besonderen Lage der Mädchen in Äthiopien wird Rechnung getragen: ca. 2/3 der Bewohner sind Mädchen.
  • Die Kinder wurden in Abstimmung mit den relevanten Jugendbehörden  und nach Besuchen der Restfamilien (wenn noch vorhanden) ausgesucht. Wenn immer möglich, werden bestehende Familienbande weiterhin gepflegt und gestärkt. Pädagogik- Studenten der Uni Awassa bieten Förderunterricht in allen Fächern an, sowie „Lebenshilfe“
  • bestmögliche (Privat-)Schulangebote, die die Förderung der Kinder am besten gewährleisten können
  • Religionsfreiheit


Einbindung in örtliche Strukturen

Das Projekt ist voll in die örtlichen Strukturen eingebunden und wird gemanagt vom  FHRD (Forum for Human Rights and Development) Awassa sowie beraten von zwei anderen Vereinen vor Ort, die sich um Waisenkinder bzw. Ihre Restfamilien kümmern. Unsere ehrenamtlich arbeitende Landesdirektorin Katrin Buschmann (sie  arbeitet für den Deutschen Entwicklungsdienst DED) ist ständig vor Ort und kontrolliert, dass das Geld auch ankommt.

Aktualisierung: Katrin Buschmann beendete zum 01. November 2009 ihren Vertrag. Sie hat aber bereits eine Nachfolgerin eingearbeitet: Petra Rösser ist ausgebildete Grundschullehrerin und lebt mit Ehemann und 2 Kindern in Awassa. Der Ehemann ist als Friedensfachkraft des ded im Süden Äthiopiens tätig. Wir sind als Hamburger Verein froh, dass dieser Wechsel gut klappte und wünschen unserer neuen ehrenamtlichen Kraft vor Ort gutes Gelingen!

Berichtswesen

Amtliche Stellen erwarten vierteljährliche Berichte, auch von einem öffentlich ausgeschriebenen unabhängigen Buchprüfer. Behördenvertreter von ca. 4 unterschiedlichen Behörden (Erziehung, Soziales, Frauenangelegenheiten, NGO-Verwaltung) besuchen das Waisenhaus in größeren Abständen, um allen Anforderungen der äthiopischen Bürokratie gerecht zu werden. Ohne einen stark vernetzten Partner vor Ort wird Helfen unmöglich gemacht. Die NGO FHRD ist deswegen für uns wichtig.

Zukunft

  • Das Waisenhaus wird weiterhin angemietet, an eine Erweiterung oder an den Bau eines eigenen Hauses ist zur Zeit nicht gedacht (2010).
  • Ab März/April 2010 gibt es ein verbessertes Nachhilfeangebot im Haus: 1 Englischlehrer wird eingestellt, der täglich mit den Kindern Englisch spricht (spielerisch, in wechselnden Kleingruppen, 3 Std. täglich, 5 Tage/Woche) - neben den 3 NachhilfelehrerInnen, die stundenweise kommen und alle Fächer aller Altersstufen abdecken.
  • Die beiden Computer werden aufgerüstet und internetfähig gemacht, so dass die Kinder auch emails schreiben können bzw. sich für die Schule Informationen aus dem Netz besorgen können. Das geschieht mit Anleitung (Zusatzangebot).
  • Für das geplante Wochenendsportprogramm hat sich noch keine geeignete Lösung angeboten (Herbst 2010?).
  • Ein Netz von Patenschaften ist für die Kinder des Waisenhauses im Aufbau. Prinzipiell möchten wir nur eine Projektpatenschaft, nicht die Patenschaft für ein einzelnes Kind.
  • Uns fehlen noch ca. 150 € monatliche Patenschaften für die Kinder; insgesamt betragen die monatlichen Gesamtkosten ca. 1.100 € für Miete, Personal, Essen und Unterhaltskosten, Schulgeld, Schuluniformen.
  • Patenschaften ...

    Die Kinder des Waisenhauses im November 2008

    Kinder des Waisenhauses November 2009

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