Edget Baandnet Children Center e.V. Germany
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Live, Love & Learn
Music by Mo Brandis

Bau von Schulen

2010 - 2012 Schulen bauen oder erweitern

Edget Baandnet hat die erste Schule fertiggestellt.
Schüler registriert:     1.400
Kosten:                   22.000 €
2008: Bau von 4 Klassenräumen und 1 Verwaltungsraum nach traditioneller Methode
Bauzeit: 6 Monate, Kosten 5.000 €.
2010: Bau von 2 Klassenräumen und 1 Verwaltungsraum - gem. äthiopischem Schulstandard
Bauzeit: 4 Monate (Offizielle Einweihung im Oktober 2010)
Ort: Makibasa, ländliches Gebiet bei Awassa,

Probleme: relativ schwierige Anfahrt mit LKW, hohe Transportkosten.
Bemerkungen: Im Laufe der Bauphase nachlassende Beteiligung der Bevölkerung; erfüllte Auflagen von der Schulverwaltung (Lehrer, Möbel); unsere Partnerorganisation arbeitete effizient; die anfänglich geschätzte Schülerzahl stieg von anfänglich geschätzten 1.100 auf heute real 1.400 an, 700 Kinder werden aufgrund der räumlichen Gegebenheiten nicht unterrichtet. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, Reparaturen an "ihrer" Schule selbst zu organisieren. Davon machen wir weitere Hilfen abhängig. Bis 31.12.2011 sind vorläufig keine weiteren Hilfen geplant.

Für Projekte in 2011-2012 sind weitere Standorte für mögliche Hilfen geprüft worden. Wir gingen der Fragen nach: welcher Standort eignet sich für Unterstützung? Stark frequentierte Schulen bzw. Gebiete, die abseits der Geberrouten liegen, wurden aufgesucht, um mittelfristig Fördermaßnahmen zu überlegen: Entweder eine Schule bauen oder einen Erweiterungsbau finanzieren. Unsere Richtlinien: Beteiligung der Bevölkerung (Eltern) und der Schulverwaltung. Kosten nicht höher als 1.400 - ca. 2.000 Birr (ca. 100 €/m²). Eine High School hat Chancen, ins Förderprogramm aufgenommen zu werden mit dem Bau von 4 zusätzlichen Klassenräumen. Zur Zeit liegt deren Klassenraumbelegung bei 100 Schülern/Klasse.





Chronologische Dokumentation des Schulbaus in Makibasa

06. Juli 2010 Makibasa

Die Schule ist nun bereits fast fertiggestellt. Ich konnte mich davon überzeugen, dass trotz der Probleme, Baumaterialien dorthin zu transportieren, die Schule in Rekordzeit fertiggestellt wurde. Es fehlen noch einige Kleinigkeiten, d.h. die Schule kann von uns während der nächsten Projektreise offiziell eingeweiht werden. Mittlerweile sind in Makibasa 1.400 Kinder (!) registriert. sie werden in 2 Schichten in jetzt 6 Klassenräumen unterrichtet. 700 Kinder sind auf der Warteliste! Für rd. 22.000 € haben wir die Grundschule Makibasa zusammen mit Dorfbevölkerung und der Schulverwaltung bauen können. Seit März 2008 ist unser Verein dort tätig. Weitere Schulen wurden zusammen mit den staatlichen Stellen und unserer Organisation angeschaut und Projektideen entwickelt. Die Kalkulationen für die nächsten Klassenräume in einem anderen Gebiet sind bereits weit fortgeschritten: es wird uns evtl. gelingen, die Baukosten um 25% zu senken, was angesichts einer Inflationsrate von 50% in 2009 beachtlich wäre. Die Senkung der Baukosten wird wohl durch mehrere Faktoren möglich sein: unser Management vor Ort hat begriffen, dass internationale Spender nicht bereit sind 400.000 € für eine Schule für 400 Kinder auszugeben, weil sie wissen, dass die Baupreise in Äthiopien bei nur rd. 100 € pro m² umbauten Raum liegen und halten sich an unsere Vorgaben: Kostenbeteiligung der Bevölkerung und der Schulverwaltung. Dennoch gibt es immer wieder Hilfsorganisationen und auch staatliche Stellen, z.B. das BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), die dies nicht zu beachten scheinen. Kosten hängen zudem sehr stark von den Transportmöglichkeiten ab. Im Falle von Makibasa war Transport fast unmöglich, da schon Fahrzeuge mit Allradantrieb Probleme hatten den Ort zu erreichen.

Juni 2010 - Grundschule Makibasa

Über das Bildungssystem Äthiopiens und insbesondere die Organisation von Primarschulen in Äthiopien gibt es einige lesenswerte Hintergrundinformationen:

http://www.leipzig-addis-abeba.de/medienspiegel/zehle-bildung-aethiopien.pdf

Vor diesem Hintergrund kann das Engagement für die Erweiterung der Grundschule in Makibasa (Klasse 1 - 4) besser eingeordnet werden.

Vom 15. Juni - 03. Juli 2010 ist eine weitere Projektevaluation vor Ort geplant.
Schwerpunkt: Makibasa (Baufortschritt) und der Start des Straßenkinderprojekts.
...  Straßenkinder

April 2010 Makibasa

Mit dem Erweiterungsbau wurde begonnen!!

März 2010 - Kosten für den Schulbau können niedrig gehalten werden!

Wir haben uns zusammen mit unserer Partnerorganisation FHRD in Awassa auf einen Erweiterungsbau geeinigt, damit die Kapazität der Schule von 760 Kinder auf 1.130 Kinder erhöht werden kann.

Wir sind immer wieder irritiert, wenn wir in deutschen Medien lesen, wieviel der Bau von Schulen in Äthiopien angeblich kosten soll. Auch wenn Ausstattungsmerkmale und Standort der Schulen sehr unterschiedlich sein können, sind unsere Erfahrungen andere: Die Kosten für Standard-Schulbauten liegen erheblich unter den Kosten, die in der Öffentlichkeit in Deutschland üblicherweise genannt werden. In Deutschland werden Kosten von bis zu 470.000 € genannt für eine Schule für 400 Kinder! Die Differenz zu unseren Erfahrungen (realistischerweise sollten für einfach gebaute Schulen im ländlichen Bereich 10 - 40.000 € - nur für die kompletten Klassenräume - zugrundegelegt werden) erscheint doch sehr groß zu sein. Wer konkrete Zahlen braucht: EBCC verschickt gerne die Kalkulation der Anbaukosten für 2 Klassenräume auf Anfrage. Selbstverständlich sollten alle Extras (wie z.B. Computerraum, PC´s, Toiletten, Elektrik usw.) zusätzlich berechnet werden. Wir bleiben da am Ball und werden berichten.
Mehr unter Dezember 2009 ...Aktuelles

Die von uns bezuschussten 4 Klassenräume plus 1 Verwaltungsraum kosteten bislang nur 5.100 €, da sowohl Dorfbevölkerung als auch Schulverwaltung von Anfang an eng in die Planung und Realisierung einbezogen worden waren. Dadurch konnten die Kosten für den Bau der Schule reduziert werden. Dieser erste Bau wurde mit ortsüblichen Materialien fertiggestellt (Lehm+Holz+Matsch, Steine aus dem nahegelegenen Steinbruch, Zement und Wellblech).

2010 (bewilligt: 25.02.2010) realisieren wir zusammen mit der Schulverwaltung und der Dorfbevölkerung einen Erweiterungsbau, der ca. 17.500 € kostet. Dies macht die Beschulung von zusätzlichen 370 Kindern möglich. Nach diesen Erfahrungen mit beiden Bautypen haben wir in 3 Jahren Erfahrungen mit dem Schulbau gesammelt und werden weitere Projekte realisieren, wenn das Spendenaufkommen das zulässt.

Makibasa ist nach der Erweiterung 2010 noch verbesserungsbedürftig: es fehlen Toiletten, weder Kinder und Erwachsene haben Zugang zu sauberem Trinkwasser, Erwachsenenbildung ließe sich am Abend realisieren, wenn es Licht gäbe. Schulfunk könnte den Unterricht bereichern, wenn es Strom für Radio und Lautsprecher gäbe, eine Krankenstation wäre für Erste Hilfe sinnvoll, ein Küche und eine Mensa... "Ingenieure ohne Grenzen" sind seit Neuestem am Ball und prüfen, was angesichts der abgelegenen Lage von Makibasa getan werden könnte. Evtl. ergibt sich ein gemeinsames Projekt im Anschluss an die jetzt beginnenden Bautätigkeiten.

Hintergrundinformation
über die Grundschule "Makibasa Korke Primary School"

In Sichtweite von Awassa Stadt (auf der anderen Seite des Lake Awassas) liegt Makibasa Korke. 1200 Kinder waren dort bislang ohne Schule. Nach längeren Verhandlungen mit div. Beteiligten, entschloss sich der Vorstand 2008, einen Schulneubau mit bis zu 7.000 € zu unterstützen. Davon sind bis heute 5.176 € ausgegeben worden. Auf der Mitgliederversammlung 08/2009 wurde die Fortsetzung der Hilfen für Makibasa beschlossen. Wenn unsere finanziellen Mittel es erlauben und sowohl Dorfbevölkerung als auch Bezirksverwaltung (verantwortlich für Lehrerversorgung und Ausstattung der Schule) mit uns gemeinsam die Schule weiter entwickeln wollen, wird es eine dauerhafte Kooperation geben.

Ursprüngliche 4 Eckpfeiler des Makibasa Projekts:





Der Klassenraum mit lernwilligen Kindern und deutschen BesucherInnen

Zur Erinnerung: Es ergaben sich Probleme mit den Dorfbewohnern (es ging um Extragelder für den Dorfchef usw.) Wir stoppten daraufhin vorübergehend die Unterstützung und warteten darauf, dass die Dorfbewohner sich an unsere Auflagen hielten. Diese Anfangsprobleme sind überwunden, die Beteiligten kennen nun unsere Politik.


Ein begeisterter Empfang

Januar 2010

Die ersten Ideen und Kalkulationen werden ausgetauscht, um vielleicht 2010 mit einem Erweiterungsbau der Schule zu beginnen. Ca. 1.100 Schüler sind nach Auskunft unserer Partnerorganisation bereits in der Schule angemeldet! Das lässt sich mit 4 Klassenräumen auch nicht mehr im Schichtbetrieb organisieren. 2 weitere Klassenräume sind also mindestens notwendig. Nach 2 Jahren "vertrauensbildenden Maßnahmen" (in 2009 stellten wir nur 1.000 € zur Verfügung), könnte jetzt der Zeitpunkt gekommen sein, intensiver ins Projekt einzusteigen.


November 2009

Die Projektreise vom 14. - 28.11.2009 führte uns auch nach Makibasa, um den Baufortschritt zu begutachten. Fenster und Türen sind eingebaut, die Schule erhielt einen Anstrich (Vorderfront und innen), die im September 2009 investierte Summe wurde verbaut. Neue Schulmöbel wurde von der Bezirksregierung gestellt. Vor dem Gebäude sind sichtbar Bäume gepflanzt worden. Da es in der Nähe der Schule kein Wasser gibt (ca. 6 km Fußweg zu einer Quelle), ist das Anwachsen der Pflanzen nicht garantiert.

Mängel und damit Ansporn für weitere Spendensammlungen:

- Die Klassenräume verfügen nur über sehr einfache, zu kleine Schultafeln
- Die Schule sähe von 4 Seiten gestrichen noch besser aus!
- Der Schulleiter hat keinen Schreibtisch, kein Regal, keinen Stuhl!
- Gäbe es Strom, könnte das staatliche Radioprogramm (Schulfunk) empfangen
werden. Wir  dachten spontan an Solarstrom, 1 Radio und Lautsprecher für die 4
Klassenräume
- Der Andrang ist so groß, dass nunmehr ca. 1.000 SchülerInnen unterrichtet werden
wollen: 2 neue "Klassenräume" (d.h. mit Planen bedeckte offene Unterstände)
wurden von der Dorfbevölkerung als Behelfsräume gebaut. Ein "Raum" wurde bei
unserem Besuch bereits von ca. 100 Kindern genutzt.
- Trinkwasser für die Kinder! Eine Probebohrung soll angeblich negativ verlaufen
sein. Bisher wissen wir nur, dass das Wasser über eine 6 km lange Leitung an
das Dorf/die Schule herangeführt werden müsste... Wir hatten vorsorglich schon
einmal mit einem Freiburger Solarprojekt Kontakt aufgenommen und
Lösungsversuche angestoßen.

Neuere Bilder befinden sich auf der website. Makibasa


Grundschule Makibasa November 2009

September 2009

Der Regen hat der Schule zugesetzt. Der Verein bewilligt 1.000 €  für die Instandsetzungsarbeiten. Schulmöbel wurden von der Dorfbevölkerung bereitgestellt, nachdem die Bezirksregierung erklärte, dass sie sich für die Wasserleitung verantwortlich fühle. Von diesem Versprechen weiß man heute nichts mehr, es wurde nur mündlich abgegeben. Eine Brunnenbohrung scheide nach Auskunft unserer Edget-Helfer aus, da das Grundwasser versalzen sei. Wir suchen nach einer Lösung.

Immerhin: die von uns bezahlten Fenster und Türen sind eingebaut, auch wenn sie nicht (aus unserer Sicht) zum Stil des Schulgebäudes passen. Die Verhandlungen und die Kontrolle für die Verwendung des Zements hat jetzt überwiegend unsere vor Ort befindliche Projektorganisation FHRD bewältigt. Aufgrund der sprachlichen Probleme und des schwierigen Zugangs zum Ort (es gibt keine Straße nach Makibasa; Zufahrt durch Flussbett und engen Canyon) gestaltet sich die Zusammenarbeit mühsam. Die vielen Kinder danken es uns, wenn wir weiterhin am Ball bleiben...

Juli - November 2008

Die Phase 2 und 3 der Baumaßnahmen gingen im Juli und August voran (Wände und Fussboden). Die Bezirksverwaltung hat nun aber Ihre Zusage nicht eingehalten, Schulmöbel bereitzustellen! Angeblich sei dies im Budget „vergessen" worden (oder wartet man darauf, dass wir das später als „Gutmenschen" auch noch übernehmen??).

Stand heute (11/2008): die Wände sind mit Lehm verputzt, das Dach ist auf dem Gebäude,
die Fussböden sind fertig, die Kinder haben seit September in diesem unfertigen Gebäude mit dem Unterricht begonnen! Nach neuesten Statistiken 760 Kinder! 4 Klassenräume mit Sollzahlen von je 95 Kindern, in 2 Schichten  (vormittags und nachmittags) unterrichtet. Fenster und Türen (Phase 4) wurde noch vor unserer Rückreise gekauft und eingesetzt, Schulmöbel waren zwar längst zugesichert, konnten aber vor Abreise immer noch nicht besichtigt werden. Zum Schulbeginn im September wurden die 95 Kinder pro Klasse erstmal ohne Möbel unterrichtet. Fließend Wasser gibt es noch nicht, die mehrere km lange Leitung wurde von der Bezirksregierung für 2009/2010 versprochen. Bis dahin wird Wasser vom 5km entfernten See geholt. 

Aufgrund unserer Beziehungen zur regionalen Regierungsspitze wird Makibasa auch in Zukunft vom Verein begleitet werden, allerdings müssen wir mit der Implementierung Geduld haben.

Bericht v. 4.11.2008

Gerade hatte ich wieder Grund, verwirrt zu sein: Ich hatte ein Meeting mit dem stellvertretenden Bezirkschef (u.a. ist er auch für das Dorf Makibasa verantwortlich als Chef der Bildungsbehörde),  Dorfvertretern und dem Schulleiter, um die Projektphase 4 einzuleiten.

Sie stellten mir ihren „ActionPlan“ vor. Darin war deutlich zum Ausdruck gebracht, dass wir als deutsche Förderer der Grundschule alle Schulmöbel zahlen sollten, was ja so ursprünglich, lt. Vertrag eine Aufgabe der Bezirksverwaltung war. Nun wurde mir mitgeteilt, dass Äthiopien ja, wie ich wisse, ein armes Land sei und Gelder leider dieses Haushaltsjahr nicht zur Verfügung ständen und: die Unterschrift unter dem Vertrag stamme von jemandem, der mittlerweile nicht mehr im Amt sei. Sorry dafür.



Die Grundschule Makibasa 10/2008, noch ohne Fenster und Türen, aber der Unterricht ist bereits in vollem Gange !
Links im Bild: Edget, der Esel.



Was tun? Ich bleibe hart, schlage vor, dass dann eben die Eltern jeweils 0.80 Eurocent über 7 Monate aufbringen müssten, dann habe man das Geld (ca. 4.000 Euro für 120 Schultische f. 360 Schüler pro Schicht und die entsprechende Anzahl Stühle). Mir wird widersprochen mit dem Argument, dass Grundschulerziehung in Äthiopien frei sei, deswegen könne man keine Umlage akzeptieren.

Nach einer Schweigephase kommt der Bezirkschef auf eine neue Idee: Man könne ja eine Dorfversammlung abhalten und um Geld bitten... Begriffen: so sieht also die gebührenfreie Grundschule aus.

Bis heute hat das Dorf Makibasa keinen einzigen Cent von der Bezirksregierung Unterstützung erhalten. Ich habe € 806 zugesagt für den Einbau von 6 Türen und 10 Fenstern incl. Zement, Sand, Transport von Awassa usw. – vorausgesetzt die Dorfbevölkerung akzeptiert den Vorschlag der Kostenumverteilung seitens der Bezirksregierung... (Letzte news: Die Dorfversammlung hat beschlossen, das Geld für Möbel von den Bewohnern einzusammeln, die Projektphase 4 hat begonnen.)

Diese hat einen Köder ausgeworfen: Im nächsten Haushaltsjahr (ab Sommer 2009) sei ein Budget für eine 7 km lange Wasserleitung vorhanden, so dass Makibasa dann einen Trinkwasserzugang hätte. Ob das als Argument reicht? Ergebnis offen. (Stand: Juni 2010: kein Trinkwasser vorhanden)

Exakt wurden in 2008 folgende Beträge ausgezahlt:

Phase 1  1.920,13

Phase 2     362,50

Phase 3     876,50

Phase 4     767,42

Summe   3.926,55


Makibasa – Historie im Rückblick v. 30.04.2008

Neues Projekt: Schulbau in Makibasa Korke

Unser neuestes Projekt (!) hat sich ähnlich entwickelt, wie das Hauptprojekt Edget Baandnet in der Stadt Awassa: sehen – berührt werden – Beziehungen mit  den Unterstützern vor Ort entwickeln – realistische Einschätzungen vornehmen - planen – handeln.

Ein Zufall brachte uns auf die andere Seite des Lake Awassas.

Ausgangspunkt: Besuch des Dorfes Makibasa, am 20.01.2008

Besucher aus Deutschland machen einen Ausflug, um Agavenholz zu organisieren. Mit dabei:  unser Gärtner Mengistu Gadama, Jörn und unsere Besucher Mo Brandis, Oliver und Tim.
Makibasa ist 28km von unserem Haus entfernt, auf der anderen Seite des Sees, davon sind 14km „schlechte Wegstrecke“ – z.T. ist Allrad notwendig. Es gibt natürlich auch keine Wegschilder! Mengistu, als Kenner der Gegend muss uns den Weg weisen. Insgesamt sind wir dafür 1 Stunde unterwegs.

In Makibasa gibt es eine kleine Klinik und eine sehr einfache Kirche. Fremde bzw. Hilfsorganisationen „verlaufen“ sich kaum hierher. Es gibt eine kleine italienische Missionsstation.

Die Community besteht aus  ca. 1.000 Erwachsenen (?) und 1.200 Kindern und gehören der Ethnie Sidama an. Sie leben vorwiegend als Viehzüchter und Landwirte (Maisanbau). Die benachbarten Oromos (ca. 5 km entfernt) sind wie die Sidamas am Weidegebiet interessiert. Beide Gruppen haben historisch immer wieder feindliche Auseinandersetzungen, die 2006 z.B. 17 Opfer von beiden Seiten forderten. Die Regierung interveniert regelmäßig durch Mediationsgespräche und inzwischen treten weniger Konflikte auf.

Die Idee entsteht, in diesem Gebiet auf „Erziehung“ zu setzen und den Bau einer Grundschule zu begleiten..

Der Großbezirk Awassa umfasst Awassa City (als Regierungshauptstadt der Südregion mit einem Autonomiestatus versehen) und der „Woreda“ Awassa Land, diese wiederum unterteilt sich in verschiedene „Kebeles“, d.h. Unterbezirke. Beides wird eingeordnet in die vorwiegend von Sidama bewohnte Region, südlich von Awassa. Sprache ist Sidaminya, Amtssprachen sind Englisch und Amharisch.

Der Besuch im ländlichen Raum von Awassa dient vornehmlich der Suche nach Agavenholz für den Bau von Möbeln. Während des Besuches und div. Gesprächen mit Angehörigen der Community von Makibasa stellen die Besucher fest, dass die „Holzkonstruktion“ in Sichtweite, die Eigeninitiative der Community ist und der Start für den Bau einer Grundschule in dem Dorf Makibasa ist.

Ausgangspunkt dabei waren die Fragen der Besucher. Die Dorfbewohner hatten von jedem Einwohner über einen längeren Zeitraum Geldbeträge von umgerechnet 1 €-Cent (!) eingesammelt, waren damit aber nicht weit gekommen. Ein  Schulbau ließ sich nicht realisieren.

Die Armut ist hier ganz offensichtlich. Die Hilfsorganisationen konzentrieren sich auf Awassa und evtl. einige andere Städte in der Region, hier war noch niemand! Die Gegend ist staubig, trocken, es gibt keinen Brunnen, das Wasser des Sees ist eigentlich ungenießbar. Bodenerosion hat die Landschaft zerklüftet, es ist ein langer Weg (5 Stunden) zum Markt für die ortsansässigen Bauern!


Makibasa in der ersten Bauphase 6/2008, 39 x 6 Meter, 4,80 m hoch, heute von 760 Kindern genutzt

Die Community hat aus eigenen Mitteln mit dem Bau eines Schulgebäudes, bestehend aus 4 Klassenräumen und 1 Büro, begonnen (Bild). Bislang nehmen von den insgesamt 1200 Kindern 600 Kinder auf der Sidamaseite teil am Satelliten Programm, d.h. wie ein „Satellit“ wandern die Kinder an verschiedene Plätze (z. B. Kirche oder draußen) und werden von dort von insgesamt 3 Lehrern unterrichtet. Von den Satelliten-Kindern sind 38 Waisen. Die verbleibenden 600 Kinder erhalten überhaupt keinen Unterricht. Von diesen 600 Kindern sind 84 Waisen. Die 4 Klassenräume sollen später im Schichtbetrieb ausgelastet werden.

Bislang wurden von allen im Umlageverfahren 23.950 Birr (2005 noch 2.395 €, heute nur noch 1.600 €!! - Daran ist abzulesen, wie sich z.B. die Importpreise verändert haben) für Holz, Transport und einen Zimmermann ausgegeben. Des Weiteren haben alle ihre Arbeitskraft (unbezahlt) eingesetzt. Viele Männer aus der Community haben geholfen, die Frauen sorgten für das Essen.

Weitere Gelder der Community sind nicht vorhanden, so dass die Schule aus eigenen Mitteln  nicht weitergebaut werden kann.

Der Besuch ist der Anlass für weitere (erste) vertiefende Gespräche mit Dorfältesten und Vertretern des Bezirks.

Treffen am 28.01.2008 in Awassa, Edget Baandnet Grundschule

Anwesend: Anwesend von Edget Baandnet: Elsabeth Belemo  (Direktor), Belayneh Fekade, Gundi, Jörn (beide v. Vorstand EBCC Germany)
Anwesende Dorfvertreter: Abraham Debera (Kebele Chairperson, Dorfvorsteher),
Zegeye Latamo (Community-Sprecher, Onkel unseres Gärtners Mengistu) Demise Jumusu (Community Member).

Es wird ein weiteres Treffen vor Ort verabredet, um Einzelheiten zu klären; vor allem soll bestätigt werden, dass die Regierung bereit ist, das Dorf zu unterstützen und Mittel für Lehrer und Schulmöbel bereitzustellen. Die äthiopischen Anwesenden wissen bzw. meinen zu wissen, dass die Regierung dafür Mittel bereithält. Die Grundschule Edget Baandnet, Awassa City sichert zu, Lehrer aus Makibasa fortzubilden und eine Patenschaft zu übernehmen. Damit ist ein erster Schritt hin zu Qualitätssicherung geleistet.

Es soll auch eine formelle Zusicherung erreicht werden, dass die Bezirksregierung Lehrer und Schulmöbel bis zum Schulbeginn im September 2008 bereitstellt und geklärt werden, dass die entsprechenden Voraussetzungen bei der Community geschaffen sind.

Treffen am Donnerstag, 31.1.2008 Awassa, Büro des Bezirksvorstehers

Anwesend: Battiso Weddisa (Chief of Woreda/Vorsitzender der Bezirksregierung Awassa Land) und Sikuare Shuda (Head of Education, Abteilungsleiter Erziehung),  für Edget Baandnet: Elsabeth Belemo  (Direktor), Belayneh Fekade, Gundi Brendes (Vorstand EBCC).

Die Bezirksregierung sichert zu, dass Lehrer und Schulmöbel termingerecht zur Verfügung gestellt werden, wenn das Gebäude fertig gestellt ist.

Treffen am Dienstag, 5.2.2008 in Makibasa, Versammlungsraum/Kirche

Anwesende NGO Vertreter Edget Baandnet: Elsabeth Belemo  (Direktor), Belayneh Fekade (Aufsichtsrat), Gundi Brendes (Vorstand EBCC)
Anwesende Dorfvertreter: Abraham Debera (kebele Chairp.) Tikaro Moti (Head of school),
Zegeye Latamo (Communitysprecher, Onkel von Mengistu) Demise Jumusu (community member)

Es werden die Einzelheiten des Projektes besprochen. Die Vertreter der Community stellen die Kostenkalkulation vor, die von Elsabeth Belemo (Schulleiterin der Grundschule Edget Baandnet) und Belayneh Fekade zum Teil verifiziert werden kann und teilweise korrigiert wird. Nach längerer Debatte wird ein realistischer Projektvorschlag entwickelt, der auf Mitarbeit der Community basiert und durch eine mögliche Bereitstellung von Material „Hilfe zur Selbsthilfe“ bieten kann.

Ergebnis: Projektvorschlag

Die ungefähren  Kosten für die Fertigstellung des gesamten Schulgebäudes (die Preise für Material wechseln täglich – die Inflationsrate liegt bei ca. 25%) belaufen sich auf

86.000 Birr (1 € = ca. 14,8 Birr), entsprechen ca. 6.000 €

Um ein Beispiel für die Schwierigkeiten vor Ort zu geben: 1 Sack Zement kostete im Februar noch 88 Birr, heute ca. 130 Birr!! Wie sollen wir da vernünftig kalkulieren?

Der geschätzte Endpreis wurde noch zusätzlich durch ein Gutachten eines erfahrenen Bauingenieurs von UNICEF abgesichert.

Ein ortsansässiger Bauleiter wurde eingestellt, der als Experte für den Bau verantwortlich ist.

Die Community stellt weiterhin ihre Arbeitskraft zur Verfügung und steht dem Bauleiter zur Seite. Da es kein Wasser im Ort gibt, erschwert dies den Bau, jeder Liter Wasser muss vom See, d.h. einige km entfernt geholt werden.  Deswegen wird der Kauf eines Esels und eines Karrens, die später in den Besitz der Community übergehen, hilfreich sein, die Kosten dafür belaufen sich auf ca. nur 150 €. Die Anwesenden favorisieren diese Idee.

Wir einigen uns auf den dem Vorstand bestens bekannten Mengistu Gadana als verantwortliche Vertrauensperson für die Überwachung des Baus, insbesondere des Materials. Wir kaufen die Materialien in Awassa und schicken sie per (Esels-) Transport nach Makibasa. Materialien werden bei Zegeye Latama (in seinem Haus) zwischengelagert. Eine Kontrolle unsererseits findet in regelmäßigen Abstanden statt.

Nach Prüfung der Sachlage, Abstimmung des Projekts mit allen Beteiligten, stimmt der Vorstand (mit Rücksprache in Hamburg) von Edget Baandnet e.V. einstimmig für die Durchführung dieser Maßnahme (Finanzrahmen bis 7.000€, ca. 100.000 Birr), die eine echte Herausforderung in der Bewältigung der Logistik ist! LKWs können z.B. nur bis max. 200m an die Baustelle heranfahren, da das Gelände dies nicht anders zulässt. Alles muss in einem Canyon abgelegt werden und mit vielen Helfern zur Baustelle getragen werden. Wir benötigen aber ca. je 12 LKWs Sand, Erde, Steine, Kiesel, Wellblech, Holz, div. Materialien..

Nach weiteren Debatten bietet die Community die Lösung an: Sand, Erde und Kiesel werden vom See mit Eselskarren herangeschafft (pro Karre nur 6 Birr = 0,40€), wir brauchen davon ca. 600 Ladungen! Die Steine für das Fundament sollen von einem Bauunternehmer gebracht werden, der einen LKW hat. Alle anderen Materialien werden von einem LKW des Ministeriums gebracht, bzw. Freunde  helfen mit ihren Pick Ups. Wegen der vielen Fledermäuse wird auf eine Raumdecke verzichtet, die Klassenräume haben dann eine Deckenhöhe bis zu 4,80m. Evtl. kann durch diese Ersparnis noch eine Dachrinne und ein Tank gekauft werden, um wenigstens das Regenwasser in den 4 Monaten von Juni – Oktober auffangen zu können. - Dieses Projekt ist wieder einmal ein Sprung ins kalte Wasser!!

Das Projekt auf dem Land wird nicht mit dem Bau beendet sein: Noch haben wir nicht für eine Wasserversorgung der Community sorgen können. Nachforschungen bei der Wasserbehörde sind bereits eingeleitet.
Bislang wird Wasser (allerdings kein Trinkwasser) aus dem See geholt, u.a. erstmal für den Bau! Dafür haben wir Esel und Gari gekauft. Der Esel heißt übrigens EDGET! Tikaro, der zukünftige Schulleiter der Grundschule Makibasa, holte ihn persönlich ab!



Hier ist EDGET -  der Esel für Makibasa mit dem Schulleiter der neuen Schule


Granit in Makibasa gefunden!

Seit dem 1.4.2008 haben endlich 2 Steinsetzer (Pflasterer aus Ansbach, Süddeutschland) in Awassa angefangen (Die Idee wurde seit 2006 verfolgt!). Durch das GTZ-Projekt „Bau von 13 Universitäten an 15 Standorten“ wurden auch Pflasterer aus Deutschland mit Verträgen ausgestattet. Das war die Gunst der Stunde!! Schnell stellte sich heraus, dass die Fertigung von Pflastersteinen aus Granit und die Verlegung sehr arbeitsintensiv ist. Nachdem die Staatsspitze nach einer Deutschlandreise hoch motiviert zurückkehrte, ging alles sehr schnell: Im Bereich Ansbach (Bayern) wurden durch persönliche Kontakte „Starke Jungs“ unter Vertrag genommen, keine Akademiker, sondern Praktiker! Welch Unterschied!

Unsere Jungs heißen Timo und Jürgen, und werden 8 Monate hier eingesetzt. Sie organisieren das Training für 2 – 5.000 ArbeiterInnen. Zur Zeit sind es 400 (seit 1.4.08). Die Stadt zahlt 1 € täglich Ausbildungsgeld. Im Anschluss ist daran gedacht, dass jeder Absolvent einen Kleinkredit als Start-Up erhält. 30% aller Arbeiten, die normalerweise an (meist) chinesische Firmen für Asphaltarbeiten vergeben werden, sollen nun mit Pflastersteinen belegt werden. Pflastern ist hier 50% günstiger (1 Stein wird hier weniger als 0,1€ kosten – 100 Steine sind 1 qm)  und Reparaturen lassen sich leichter durchführen. Zehntausende Arbeitsplätze sollen äthiopienweit geschaffen werden. Allein für die neuen Unis sollen Millionen von m2 verlegt werden. In der Südregion wird nun ein 4-Wochen-Training begonnen; die mit Werkzeug ausgestatteten Personen (mit bis zu 40% Frauenanteil!) sind meist Arbeitslose, die mit dieser Arbeit vergleichsweise gut verdienen können. Die Absolventen bekommen ein Chiseler-Diplom (d.h. einen „Facharbeiterbrief“ im Anfertigen von 10x10x10 Steinen. Andere werden im Verlegen geschult.

Makibasa als neuer Projektstandort von Edget Baandnet hat im Hintergrund Berge …Timo lud ich vor ein paar Tagen zusammen mit Ortsansässigen ein, die Gegend mal nach geeignetem Material abzusuchen.

Nach einigen Stunden in Canyons und „am Berg“, war der Stein der Steine gefunden: ein gleichmäßig strukturierter harter Granit, der mit seiner türkisen Farbe sehr attraktiv ist! Die nächsten Schritte folgen nun Schritt für Schritt: 12 Auszubildende werden in den nächsten Tagen


Timo, auf Granitsuche in Makibasa

ihre Ausbildung beginnen, die nächsten folgen nach dieser Erfahrung. Ein Steinbruch muss dann mit Hilfe der beiden Deutschen entwickelt werden… eine erste Einkommensquelle für die ärmste Region in der Umgebung Awassas scheint gefunden zu sein.

Täglich bin ich jetzt eingebunden, da bereits in kürzester Zeit 3 weitere Städte starten sollen… die Probleme beginnen allerdings damit, dass nun auch die Weltbank überzeugt ist und ganze 100 Mio. US$ (davon 17 Mio. für unsere Region) ausgeben will! Ein komplizierter, bürokratischer Prozess deutet sich an!
JB ´08


Ein Hotel für zukünftige Besucher von Makibasa gibt es auch schon – aber auch Alternativen!

Hintergrundinformation Äthiopien: Eckdaten Bildung und Wasser

Einschulungsrate: 2004: Grundschule: 61%; Sekundarschule: 28% (UNDP 2007/08)
2006/07: 65% (47% Mädchen) (National MDG Report 2008)
2007: Grundschule: 70%, Sekundarschule: 30% (EIU 2008)

Alphabetisierungsrate: 2004: 50% der Männer; 23% der Frauen (UNDP, 2005); bei den Unter-24-Jährigen lag die Rate jedoch bei 63 bzw. 51,8% (Munzinger 2009)
2004/05: 38% (gesamt) (National MDG Report 2008)

Zugang zu sauberem Wasser: 2004: 22 %; (in den Städten 90 %, auf dem Land 20 %) (UNDP 2007/08)

Quelle: http://www.oefse.at/publikationen/laender/aethiopien.htm

JB ´10


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