Jean Ziegler
Jean Ziegler (Schweizer Staatsbürger) ist derzeit UNO-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung. Mit seinen Büchern „Wie kommt der Hunger in die Welt?“, „Die neuen Herrscher der Welt und ihre globalen Widersacher“ sowie „Das Imperium der Schande“ hat er Aufsehen erregt (neuester Buchtipp: "Der Hass auf den Westen, Wie sich die armen Völker gegen den wirtschaftlichen Weltkrieg wehren") Diskussionen ausgelöst; die Bücher standen monatelang auf den Bestsellerlisten. Eine Empfehlung für die bevorstehenden Wintermonate in Deutschland, geschrieben noch kurz vor meiner Abreise in die Sommerferien nach Deutschland/Spanien. Unbedingt lesenswert – deswegen einige Auszüge als Appetithappen (mit der Einschränkung, dass seine Passagen über Awassa typisch verkürzend und z.T. auch falsch sind - Kaffeepreise! Der Ort als „Ansammlung von Hütten“! - typisch für Leute, die nur mal eben einen Kurzzeiteinsatz per Toyota Landcruiser in Äthiopien absolvieren!). Ein Dank an Thorsten und Anke, die uns diese Neuerscheinung zuschickten.
ZIEGLER zitiert Brecht, Partei ergreifend für die Leiden des Großteils der Weltbevölkerung:
Und es sind zwei Sprachen oben und unten
Und zwei Maße zu messen
Und was Menschengesicht trägt
Kennt sich nicht mehr. …
Die aber unten sind, werden unten gehalten
Damit die oben sind, oben bleiben.
(B. Brecht, Heilige Johanna der Schlachthöfe, in: Ziegler, J., Das Imperium der Schande, München 2005, S. 95)
Er belegt seine Untersuchungsergebnisse mit Fakten, vor denen wir Europäer kaum unsere Augen verschließen können, fängt aber auch an zu träumen:
African sunset
Fakten
Ziegler, J., Das Imperium der Schande, München 2005, S. 32 ff.
Träume
Was man mit einigen Mrd. Dollar alles so finanzieren könnte:
Die Annullierung der Auslandsschulden sowie die Bezahlung dieser Träume hätte auf die Wirtschaft der Industrieländer praktisch keinen Einfluss
Ziegler, J., Das Imperium der Schande, München 2005, S. 43
Lasst uns an der Umsetzung unserer Träume arbeiten! Organisationen wie Attac, OXFAM, Ärzte ohne Grenzen, ActionAid und WEED sind Beispiele für NGOs, die eine Alternative zur staatlichen EZ sind und über gute, unterstützungswürdige Ideen verfügen. Angesichts der Flüchtlingsströme nach Europa werden engagierte Kräfte und Konzepte benötigt. UNICEF u.a. in Awassa leider nicht! Wir haben da 2008 besondere Erfahrungen gemacht… es kommt eben auf den Einzelfall drauf an.
JB ´06
"Europas Gier ist Afrikas Hunger"
aus: Le Monde Diplomatique, 14.3.2008
Viele unsinnige Entscheidungen der EU Bürokratie sind bekannt. Daß afrikanische Agrarnationen durch die EU-Agrarpolitik verarmen, kann mit vielen Beispielen unterlegt werden.
Ein Lesetipp:
http://www.monde-diplomatique.de/pm/2008/03/14.mondeText1.artikel,a0002.idx,15
JB ´10
Süße Träume