Die afrikanische Autorin Dambisa Moyo über staatliche Entwicklungshilfe
Am 13. April 2009 erschien in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) ein Interview mit der Autorin, das wir für lesenwert halten! Tenor des Interviews: "In den vergangenen 50 Jahren sind mehr als zwei Billionen Dollar Hilfe von den reichen an die armen Länder geflossen. Aber dieses Modell hat nirgendwo auf der Welt wirtschaftlichen Aufschwung gebracht." Die Ökonomin Dambisa Moyo fordert ein Ende der westlichen (staatlichen) Entwicklungshilfe, kleine Hilfsorganisationen, wie auch unser Edget Baandnet Children Center e.V. bleiben von der Kritik ausgenommen.
Aus urheberrechtlichen Gründen müssen wir nach Rücksprache mit der FAS auf folgenden Link verweisen... dort kann das Interview dann in ganzer Länge gelesen werden.
Link:
Über die Bestsellerautorin Dambisa Moyo
Der Buchtitel „Dead Aid" (erschienen im Penguin-Verlag) hat es auf Anhieb in die Bestsellerliste der „New York Times" geschafft. Dambisa Moyo ist geboren und aufgewachsen in Sambia. Die promovierte Ökonomin hat an den Eliteuniversitäten Harvard und Oxford studiert und zwei Jahre für die Weltbank gearbeitet. Die letzten acht Jahre war Dambisa Moyo bei der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs tätig.
Awassa - nahe am See
Bonner Aufruf
Nach einem halben Jahrhundert personeller und finanzieller Entwicklungshilfe für Afrika stellen die Unterzeichner fest, dass unsere Politik versagt hat.
Vielen Menschen in Afrika ist durch die Entwicklungshilfe der letzten fünf Jahrzehnte geholfen worden. Unter anderem wurden Krankheiten bekämpft, Bildung vermittelt und wirtschaftliche
Impulse gegeben. Dennoch ist es mit hunderttausenden Projekten, die viele Milliarden Dollar gekostet haben, nicht gelungen, Afrika zu einem selbsttragenden, seinem Bevölkerungswachstum entsprechenden wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt zu verhelfen. Die Mehrheit der Menschen in den meisten Ländern Afrikas hat heute keine besseren Lebensbedingungen als vor 50 Jahren.
Hauptgründe des Versagens seien zwei Annahmen:
|
erstens: Der „Norden" könne Afrika entwickeln. |
|
zweitens: Der „Norden" könne die Entwicklung Afrikas durch Umverteilung erreichen. |
LINK: http://www.bonner-aufruf.eu/?seite=unterzeichner&PHPSESSID=c19f266c3b6c65e3a21ab34669bb94bc
Kritische Stimmen:
|
Senior-Experten ernten Kritik mit "Bonner Aufruf" für eine Links: http://www.epo.de/index.php?option=com_content&task=view&id=4137&Itemid=31
|
Die Gespräche über die Liberalisierung des Welthandels sind geplatzt. Doch niemand regt sich darüber auf. Das ist gefährlich, meint der amerikanische Wirtschaftshistoriker Harold James und vertritt die These, dass sich bereits Ende der 20er Jahre Protektionismus breit machte und zum Zusammenbruch der Börsen (Weltwirt-schaftskrise) führten. Die Welt wurde ärmer. Das könnte sich wiederholen, die Globalisierung könnte vor der zweiten Krise stehen. In: FAZ, 06.08.2006
Vor fünf Jahren, unmittelbar nach dem 11. September 2001, hatten die Wirtschafts- und Handelsminister der WTO die Runde in Doha (Qatar) gestartet, um zu beweisen, dass eine wohlhabende und geeinte Welt ohne Zölle und Handelsbarrieren dem islamischen Terror überlegen sei. Erklärtes Ziel der Initiative war es, das Wirtschaftswachstum weltweit zu steigern und Millionen Menschen aus der Armut zu verhelfen. Man war bereit, den armen Ländern vorsichtig weitere Kanäle für den Export ihrer Produkte zu öffnen - überlebenswichtig aus hiesiger Sicht.
In dem Moment aber, wo im Nahen Osten der Krieg begann, scheiterte die Doha - Runde. Die Industrieländer sollten auf Druck der armen Länder Agrarsub-ventionen senken und ihre Märkte für Billigprodukte aus den armen Ländern öffnen. Das schürte offensichtlich Ängste in der Bevölkerung und ließ die Politiker der Industrieländer den Rückzug antreten. Die Frage ist aber: wie lange können wir uns abschotten von den Exportbestrebun-gen einer rasant wachsenden - armen - Weltbevölkerung?
... und JAMES sagt: „Es gäbe genügend Gründe, warum die Menschen sich ernsthaft Sorgen machen müssen...es sieht freilich nicht danach aus, dass es dazu kommen wird."
In: FAZ, 06.08.2006