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Text 7 - Kaffee

Kaffee  zu Unrecht als Gift verdächtigt.

Das Getränk schmeckt nicht nur wunderbar, sondern ist auch noch gesund.

König Gustav III. war sich sicher: Kaffee muss giftig sein. Um die üblen Wirkungen des Gebräus aber zu belegen, missbrauchte der Monarch, der Schweden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts regierte, zwei zum Tode verurteilte Häftlinge als Versuchsobjekte. Heute lässt sich sagen, die beiden Männer haben es verdammt gut erwischt. Erst bestellte Gustav III. den Henker ab, dann verdonnerte er einen der Verbrecher, fortan täglich Kaffee zu trinken. Der andere bekam dagegen Tee gereicht. Zwei Mediziner wurden beauftragt, das erwartete Siechtum zu dokumentieren. Das Experiment sollte zeigen, wie schnell Kaffee - im Gegensatz zu Tee - seine tödliche Wirkung entfaltet.
So saßen die Häftlinge im Kerker und tranken. Erst Tage und Wochen, dann Monate und Jahre. Sie tranken Tasse um Tasse, bis der erste der beiden gelehrten Versuchsleiter sein Leben ließ. Die beiden Häftlinge nahmen weiterhin ihren Kaffee und Tee, bis irgendwann der zweite Arzt starb. Auch als König Gustav III. ermordet wurde, reichten die Wärter Getränke in den Kerker. Schließlich starb der Tee- vor dem Kaffeetrinker - im Alter von 83 Jahren. Das Todesalter des zum Kaffee Verurteilten ist zwar unbekannt, doch sicher ist, dass die robuste Konstitution des unfreiwilligen Probanden nicht die Mär vom giftigen Kaffee aus den Köpfen der Europäer getrieben hat: Bis heute werden dem Getränk allerlei negative Eigenschaften zugesprochen. Zu Unrecht wie sich inzwischen zeigt. "Die Aussage, dass Kaffee generell schädlich sei, ist heute nicht mehr haltbar", sagt Thomas Hofmann, Direktor des Instituts für Lebensmittelchemie an der Universität Münster.
GEFUNDEN IN... SZ Wissen, Heft 8/2006, Spiegel online 11.03.06


Kaffee - in der Pfanne selbst geröstet -

… schon mal Kaffee aus Kaffa probiert?

Kaffee – nur aus Kaffa!

Ich lese eine interessante Hintergrundinformation: „Kaffeetrinker in aller Welt kennen diesen Namen: Die Sorte „Arabica“ gilt nicht nur als besonders aromatisch, sie ist auch die erste, die überhaupt kultiviert wurde. In der Ursprungsregion des Arabica-Kaffees, dem südwestlichen Hochland Äthiopiens, gedeiht noch heute eine Vielzahl wilder Kaffeearten. Diese unschätzbare genetische Ressource wollen acht Partner aus Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft jetzt nutzen, um ein neues Modell nachhaltiger Kaffeeproduktion und – vermarktung nach internationalen Qualitätsstandards zu entwickeln. Das soll auch den lokalen Kleinbauern zu höheren Erlösen und damit zu besseren Lebensbedingungen verhelfen.
Das Besondere an diesem Projekt ist die breite Allianz der Partner, mit denen die GTZ zusammenarbeiten wird: Aus der Wirtschaft sind die Unternehmen Kraft Foods Deutschland und die Amber Corporation mit im Boot. Sie sind an unterschiedlichen Kaffeesegmenten interessiert: Die Amber Corporation will vor allem den Nischenbereich mit Wildkaffee ausbauen, Kraft Foods erhofft sich dagegen eine zuverlässigere Qualität des „Mainstream“-Kaffees.
Ihnen zur Seite steht eine Reihe von Partnern, die sich besonders für Verbesserung der ökonomischen, ökologischen und sozialen Bedingungen der lokalen Bevölkerung einsetzen: GEO schützt den Regenwald, die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW), die Amber Foundation und das Rotarian Fellowship for Population and Development. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt durch das Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) der Universität Bonn. GEO, DSW und ZEF engagieren sich bereits seit Jahren in Äthiopien, wobei neben den landwirtschaftlichen immer auch Fragen der medizinischen Versorgung und der Familienplanung in den Mittelpunkt rückten. Diese für die Menschen vor Ort zentralen Themen werden auch in dem neuen Projekt eine Rolle spielen.

Im Zentrum steht jedoch der Kaffee-Anbau. Zunächst wurden zwei Pilotgebiete ausgewählt, in denen Produktion, Verarbeitung und Vermarktung des Kaffees verbessert werden sollen.
Erster Schwerpunkt ist der Regenwald in der Kaffa Provinz. Hier wächst zwar noch wilder Kaffee, doch in den vergangenen 30 Jahren ist mehr als die Hälfte des Waldes durch Holzeinschlag und Brandrodung verloren gegangen. Auch steigen viele Bauern wegen der sinkenden Weltmarktpreise für Kaffee auf Ackerbau, Viehzucht und leider auch Drogenanbau um. Verbesserte Verarbeitungsmethoden für Wildkaffee und angemessene Preise sollen die Baürn nun motivieren, den verbliebenen Wald und damit die wichtigsten genetischen Reserven der Erde zu schützen. Darüber hinaus werden Strukturen der bäuerlichen Selbstverwaltung gemeinsam gestaltet und weiter entwickelt. Langfristig soll eine Art „Kaffee-Nationalpark“ entstehen, in dem die örtliche Bevölkerung von der Vermarktung des wild wachsenden Kaffees leben und gleichzeitig den Wald mit seinen wilden Kaffeesorten erhalten kann.“

Quelle: Aregash Asfaw, Projektmanagerin, Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), Büro für die Wirtschaft / PPP
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Mehr Infos über Kaffa ... unter www.kafa-biosphere.com  
Kaffa wurde 2010 von der UNESCO als "Biosphere Reserve" anerkannt. Unbedingt lesenswerte website!

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Die Mär vom ungesunden Kaffee, Artikel 08.04.2012, in: DIE WELT

http://www.welt.de/gesundheit/article106158198/Maer-vom-ungesunden-Kaffee-ist-mehrfach-widerlegt.html

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Typische Kaffeepflanze

 


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